Wolkenkratzer – diese gigantischen Nadelstiche im Himmel. Wer braucht eigentlich so viele Stockwerke? Wahrscheinlich jemand, der keine Lust hatte, regelmäßig aufzuräumen und einfach dachte: „Mehr Platz nach oben!” In diesem Ratgeber werfen wir einen schwindelerregenden Blick auf das höchste Gebäude der Welt – und dabei wird’s ganz schön luftig.
Das Höchste Gebäude der Welt: Der Burj Khalifa
Das derzeit höchste Gebäude der Welt heißt Burj Khalifa und steht in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate. Mit einer schwindelerregenden Höhe von 828 Metern übertrifft es alle anderen Hochhäuser weltweit – und das mit einem deutlichen Vorsprung. Man kann mit Fug und Recht sagen: Dieses Gebäude kratzt nicht nur an den Wolken, es wischt ihnen regelrecht die Fenster.
Der Bau wurde im Jahr 2010 abgeschlossen und dauerte ganze sechs Jahre. Die Architekten mussten sich dabei nicht nur mit der Frage beschäftigen, wie man so etwas überhaupt baut, sondern auch, wie man den Aufzug überlebt, ohne alt zu werden. Denn wer vom Erdgeschoss bis ganz nach oben will, sollte besser ein gutes Buch dabeihaben.
Interessant ist auch, dass der Burj Khalifa eigentlich gar nicht so heißen sollte. Ursprünglich trug das Projekt den Namen „Burj Dubai”, doch kurz vor der Eröffnung wurde es umbenannt – zu Ehren des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Khalifa. So kam es also zu einem der wohl prominentesten Namenswechsels der Architekturgeschichte. Marketing mit Aussicht, könnte man sagen.
Architektur, die an den Himmel stößt
Der Burj Khalifa ist ein Meisterwerk moderner Architektur. Entworfen wurde er von der renommierten Firma Skidmore, Owings & Merrill, die auch für andere berühmte Hochhäuser verantwortlich ist. Der leitende Architekt, Adrian Smith, hatte offenbar keine Höhenangst – oder zumindest einen sehr guten Helm.
Die Form des Gebäudes ist inspiriert von der Hymenocallis-Blume, einer Wüstenpflanze mit symmetrischer, sternförmiger Struktur. Der Turm verjüngt sich spiralförmig nach oben und wirkt dadurch beinahe wie ein Gebäude im Fitnessstudio – je höher, desto schlanker. Eleganz trifft Statik.
Natürlich ist so ein Bauwerk nicht nur schön, sondern auch extrem komplex. Windkräfte in dieser Höhe können nämlich ganz schön launisch sein. Deshalb wurde der Turm so designt, dass er dem Wind keine einfache Angriffsfläche bietet. Oder anders gesagt: Der Burj Khalifa weht nicht um – er tanzt mit dem Wind.
Innenleben: Luxus, der in die Höhe wächst
Wer denkt, das höchste Gebäude der Welt sei nur ein sehr großer Fahrstuhl mit Fenstern, der irrt gewaltig. Im Inneren des Burj Khalifa findet sich so ziemlich alles, was das Herz begehrt – von luxuriösen Wohnungen über ein Fünf-Sterne-Hotel bis hin zu Büros mit Aussicht, bei der selbst Google Earth neidisch wird.
Ein Highlight ist das Armani Hotel, das sich über mehrere Etagen im unteren Bereich des Turms erstreckt. Ja, richtig gelesen – Giorgio Armani hat ein Hotel entworfen. Und wer sich schon immer gefragt hat, wie sich Mode und Architektur verbinden lassen: offenbar mit ganz viel Marmor und noch mehr Stil.
Auch die Aussichtsplattformen des Burj Khalifa sind legendär. Besucher können auf über 450 Meter Höhe in die Ferne blicken – und das ist wohlgemerkt nicht mal die Hälfte der Gesamthöhe! Wer ganz nach oben will, braucht entweder einen VIP-Pass oder sehr viel Glück.
Was kommt danach? Noch höher hinaus!
Natürlich steht kein Wolkenkratzer für immer ganz oben auf dem Treppchen. Schon jetzt sind neue Projekte in Planung, die den Burj Khalifa überholen sollen – allen voran der Jeddah Tower in Saudi-Arabien, der über 1.000 Meter hoch werden soll. Offenbar hat dort jemand das Motto „Höher, schneller, weiter” sehr wörtlich genommen.
Doch der Bau des Jeddah Towers verläuft eher schleppend. Mal fehlt das Geld, mal das Material – und manchmal wohl auch die Motivation. Vielleicht braucht es einfach noch ein paar mutige Architekten mit Fernrohr und Höhenversicherung. Ein Turmbau ist eben kein Spaziergang.
In jedem Fall zeigt der Burj Khalifa, wie weit der Mensch bereits gekommen ist – im wahrsten Sinne des Wortes. Ob es nun sinnvoll ist, so hoch hinaus zu bauen? Nun ja, solange der Kaffee oben noch heiß ankommt, scheint alles in Ordnung zu sein.
